Wie Alles begann!!!

Wie Alles begann!!!

Alles begann im Sommer 2004, als mich ein befreundetes Pärchen fragte, ob ich nicht mit Ihnen eine Radltour machen möchte. Sie haben sich neue Fahrräder gekauft und würden gerne radeln gehen und ich solle doch mitkommen.

Quelle : https://www.radforum.de/threads/180588-giant-terrago-mtb-ghost-2000-deal

Ich musste damals mein Mountainbike, ein „Giant Terrago“ , welches ich mit 16 bekommen hatte nur wieder herrichten. Eine neue Felge aufgrund eines 8ters, neue Bremsen und Griffe, denn diese klebten schon richtig und dann konnte es eigentlich schon losgehen.

Das alles gesagt und getan, sind wir etwa drei Wochen später zur ersten Fahrradtour im Sindelsdorfer Moos ausgerückt. Die Tour hatte glaub ich 15-20 km, was mit meinen knapp 110 kg schon eine enorme Herausforderung war. Dazu war mir das Fahrrad eigentlich viel zu klein, aber es hat dann doch irgendwie Spaß gemacht. Da die erste Tour irgendwann Anfang September war, bin ich noch das ein oder andere Mal alleine gefahren und schon war die schöne Jahreszeit vorbei und der Winter kam langsam in die Gänge und mir war es einfach zu kalt und wurde wieder zum Couch-Potato.

Über die Wintermonate ist dann das Gewicht wieder etwas nach oben gewandert und ich hab mir gesagt, so geht es nicht weiter und habe einen Schlussstrich gezogen. Nachdem das Radeln so viel Spaß gemacht hatte, wollte ich damit versuchen die überflüssigen Pfunde loszuwerden.

Über den Winter 2004/2005 hab ich mich dann in den Fahrradladen im Nachbarort begeben und mich nach einem neuen MTB umgeschaut. Ziel waren max. 800€ auszugeben, es sollte ein Hardtail werden und überwiegend für Schotterwege in der Ebene oder gaaaaanz kleine Berge genutzt werden können. Richtiges Berg fahren war bis zu dem Zeitpunkt nie geplant. Da dachte ich noch, dass die ja alle Wahnsinnig sind, die das machen.

Bachquerung im Eschenlainetal

Als ich dann ein Cube LTD gesehen habe war es um mich geschehen. Es lag zwar über meiner preislichen Vorstellung, aber es hat mir einfach keine Ruhe gelassen und ich hab eine Woche später zugeschlagen und es mir gegönnt.

Dann wurden ab dem Frühjahr die ersten 700 km in der Ebene abgespult und die Kilos sind gepurzelt. Nachdem immer die gleichen oder ähnlichen Runden zu langweilig wurden, hab ich mich dann entschlossen, meinen Hausberg, der am höchsten Punkt etwa 800 Meter hat, zu bezwingen.

Ich hab geflucht, geschimpft und was man da noch so alles machen kann, aber ich bin oben angekommen und war richtig stolz auf mich. Wie viele Höhenmeter die Runde hatte war mir zu dem Zeitpunkt komplett egal, mein Tacho konnte auch gerade mal  die Uhrzeit und Kilometer anzeigen. Das hat mich dann irgendwie alles so beflügelt, dass ich einfach mehr wollte.

Bei meinen Kollegen in der Arbeit hab ich mich dann umgehört und gefragt, welchen Berg man hier mit dem Rad so fahren könne und einen annehmbare Steigung hat, die auch ein Anfänger fahren kann. Immer wieder hab ich nur den Namen Windpässl gehört, aber das war‘s auch schon. Welcher Berg das sein soll wusste ich nicht, denn welche Berge vor meiner Haustüre sind und wie die auch heißen hat mich nie so wirklich interessiert.

Ich hab mir den Weg dann mal so im groben erklären lassen und bin an einem Samstag dann einfach mal drauf losgefahren, ohne zu wissen, was auf mich zukommt. Erst fuhr ich in der Ebene nach Benediktbeuern, zum Fuße des Windpässls. Das waren etwa 10km, was noch keine große Herausforderung darstellte. Ab dann ging das Leiden allerdings los. Es ging etwa 350hm stetig bergauf, ohne dass große Streckenabschnitte dabei waren, auf denen ich mich erholen konnte. Es musste halt ab und an einfach angehalten werden um meine Apfelschorle zu trinken. Bei etwa einer Höhe von 980m ist eine Bank, an der ich dann weitere drei Biker getroffen habe. Dort hab ich mich dann nach dem Weg erkundigt. Einer der drei war ebenfalls alleine unterwegs, mit dem ich dann eine Weile mitgefahren bin. Als wir dann auf 1050m angekommen waren, hat er angehalten und meinte, dass es ab jetzt erstmal eine Zeit bergab geht und hat seinen Helm aufgesetzt. Hmm. Helm? Was ist das? Bis zum dem Zeitpunkt hatte ich mir da noch keine Gedanken drüber gemacht und hatte somit natürlich auch noch keinen. Wir sind dann bis zu einer Kreuzung noch zusammen gefahren und dann trennten sich unsere Wege. Er hat mir noch den weiteren Weg beschrieben und ich bin dann weiter talwärts gefahren bis nach Arzbach und war so happy, dass ich damals meine Mum angerufen habe und ihr erzählte wo ich gerade bin. Sie hat glaub ich im ersten Moment gedacht, dass ich sie auf den Arm nehme.

Ab hier ging es dann mehr oder weniger eben wieder nach Hause zurück. Ich war dann von der Tour mit ca. 50 km und 650 hm einerseits so kaputt, aber andererseits auch so geflasht, dass ich mir zur Sicherheit einen Helm geholt habe (Sicherheit geht einfach vor) und einen neuen Fahrradcomputer, damit ich auch in Zukunft immer weiß, auf welcher Höhe ich mich befinde. Das fand ich schon irgendwie cool. Ich, der Andy aufm Berg. Der, der Alle die sowas machen als wahnsinnig oder verrückt bezeichnet hat. Zum Ende der Saison hab ich dann doch tatsächlich mit dem Bike das Herzogstandhaus auf 1565 Metern erreicht. Das war dann der höchste Punkt der Saison und ich war überglücklich und richtig motiviert und konnte gut verstehen, warum man sich in die Berge begibt und sich die Strapazen antut. Anstrengend bergauf, aber wenn man erstmal oben angekommen ist, ist das einfach traumhaft. Das bergab fahren macht mir auch riesigen Spaß und ist zugleich eine Mischung aus Adrenalin, Erholung und Ausgleich für die Quälerei bergauf. Insgesamt kann ich in den Bergen richtig gut abschalten und einfach an nichts denken. Einfach das hier und jetzt genießen. Die Geräusche in der Natur, das rascheln der Gräser, das Zwitschern der Vögel lauschen und ab und zu sieht man auch mal eine Gams. „Träum“

Jochberg mit Blick zum Walchensee

Zum Ende der Saison hat mich ein Arbeitskollege gefragt ob ich nicht mal Lust hätte, dass wir wandern gehen und ich dachte mir warum denn nicht. Der erste Berg bzw. das erste Ziel war dann das Blomberghaus auf 1203m. Ähnlich anstrengend wie beim biken ging’s bergauf aber nicht ganz so lustig bergab. Das Schöne am Wandern ist,  dass man leichter an den Gipfel kommt, die mit dem MTB für mich nur schwer oder gar nicht erreichbar sind. Das ist schon auch ein schönes Highlight und für mich irgendwie was Besonderes. Daher ist das Wandern als schöner Ausgleich dazugekommen und wir haben im gleichen Jahr noch die gesamte Bergkette vor der Haustüre durchgemacht. Vom Blomberg im Osten bis hin zum Heimgarten im Südwesten. Einfach der Hammer und seither hab ich die Leidenschaft für die Berge und den Bergsport quasi in mich aufgenommen und freu mich immer wieder Altbekanntes und Neues zu erfahren oder zu ergehen. Als schöner Nebeneffekt und der ursprüngliche Hauptgrund, warum ich überhaupt angefangen habe mit dem Ganzen, war ja das Thema Gewicht. Es sind in dem Jahr knapp 20kg gepurzelt und man hat über das Jahr gemerkt wie man immer fitter wurde und man Sachen erreicht hat, an die man zuvor nie gedacht hätte, dass das überhaupt möglich ist.

Das war mein Jahr 2004/2005, wie bei mir Alles da draußen begann. Im ersten Jahr gleich zwei Sportarten entdeckt, die mich seitdem nicht mehr losgelassen haben.

Mehr über mich und was in den darauffolgenden Jahren bei mir los war, erfahrt ihr demnächst hier in meinem Blog.

Also macht’s gut und bis demnächst.

Euer Andy

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