Welches (Lauf-)Training ist das Richtige für mich?

Quelle: de.toonpool.com_zeitrechnung

Welches Training das Richtige oder Sinnvollste für einen ist, diese Frage stellen sich Viele. Egal ob Laufanfänger oder ambitionierte Hobbyläufer überlegen sich, was sie ändern oder machen sollen, damit sie besser werden.
Den Drang sich zu verbessern haben die meisten von uns und zwängen sich so in ein Korsett von Trainingsplänen. Ich selber sitze jetzt schon seit vielen Jahren im Sattel meines MTB’s und bin außerdem im Wanderschritt in den Bergen unterwegs.

Laufen, Joggen oder wie man es bezeichnen möchte, habe ich meist nur im Frühjahr betrieben und habe mich mal mehr und mal weniger dabei gequält. Spaß war daher selten dabei. Seit letztem Jahr ist es bei mir jetzt auch fester Bestandteil meiner Sportaktivitäten geworden und habe quasi Blut geleckt und möchte mehr.

An Trainingspläne hab ich mich nie ran gewagt, denn eine Verpflichtung einzugehen, dass ich an diesem oder jenem Tag trainieren muss, liegt mir eigentlich nicht. Man hat im Leben schon genügend Verpflichtungen und muss sich nicht auch noch in der Freizeit Geiseln.

In diesem Winter hab ich mir dann aber doch überlegt, dass ich einen Trainingsplan testen möchte, um zu sehen was man damit eventuell doch erreichen kann. Ich habe daher das Angebot von Garmin genutzt und einen der Trainingspläne inkl. Coach getestet.

Im Januar hab ich dann gestartet mit dem Ziel 10 Kilometer in 50 Minuten zu laufen. Was fast 10 Minuten schneller wären, als meine aktuelle Bestzeit. Ob dieses Ziel erreicht werden kann? Ich weiß es nicht. Die ganzen Prognosen, die man sich im Netz so errechnen lassen kann, sagen eigentlich Nein. Aber ich wollte es trotzdem versuchen.
Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das auch durch. So ist meine Natur und ein Abweichen fällt daher dann eigentlich aus. Und da ist es. „EIGENTLICH

Nach sieben Wochen diszipliniertem Training, egal welches Wetter, egal was auf dem Programm stand, es wurde durchgezogen. Bis ich in der siebten Woche so extrem leer und schlapp war, dass ich zwei Tage Zwangspause eingelegt habe. Am dritten Tag hab ich mich dann anstatt dem Trainingsplan Folge zu leisten und Laufen zu gehen, mich auf mein MTB gesetzt und bin radeln gegangen. Ich hatte einfach keine Lust zu joggen.
Die Bike Runde hat so viel Spaß gemacht. Einfach ohne Druck raus und das machen, auf was man Lust hat. Einfach schön.

Am Tag  drauf war die Motivation wieder voll da, bin ohne groß zu überlegen in die Laufschuhe rein und meinen Hausberg hoch gelaufen und hab 15km und etwa 300Hm runtergerissen. Was soll ich sagen, es hat sich richtig gut angefühlt und es war einfach schön. Seither ist der Trainingsplan unterbrochen. Es kam dann noch ein Problem mit der Wade hinzu (nicht durch Sport verursacht) was mich weiter ins Grübeln gebracht hat, ob Trainingspläne das Richtige für mich sind.

DANN KAM DER ENTGÜLTIGE ABBRUCH DES TRAININGSPLANS!!!!!!

Ich bin froh, dass ich die Zeit in den Trainingsplan investiert habe, kann aber für mich sagen, dass ich keinen Trainingsplan in dieser Art mehr machen werde. Ich habe unterschiedliche Trainingsarten kennengelernt, die ich sicherlich in meine Läufe künftig einbauen werde, aber ansonsten werde ich wieder Sport machen, wie ich Lust und Zeit habe. Die Sportart ausüben, auf die ich gerade am meisten Bock habe und eben das machen, wonach mir gerade der Sinn ist. Denn man muss sich gerade als Hobbysportler im Klaren sein, was will ich mit einem Trainingsplan überhaupt erreichen?

Ich wollte testen, ob ich mich durch den Plan zeitlich verbessern kann, obwohl es mir eher egal ist, wie lange ich unterwegs bin. Für mich sind meine Pace eher Anhaltspunkte, wie lange ich in etwa unterwegs sein werde und ob ich für die Strecke, die ich mir vorgenommen hab überhaupt die Zeit reicht.
In den 7 Wochen hab ich mich um ca. 2:30 Minuten verbessert und das ohne die ganze Strecke im Wettkampftempo zu rennen.
Ich bin mir aber sicher, wenn man auf abwechslungsreiche Einheiten setzt und diese in seinem normalen Training einbindet, dann kann man ähnliches erreichen.

Mir hat die Pause oder Unterbrechung allerdings gut getan und mir gezeigt, dass ich eher der Typ Sportler bin, der ohne Druck und fixem Plan sich bewegen will.

Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, ob nach Plan trainiert werden soll und was der Hintergrund oder die Absicht dafür ist. Das wichtigste ist, dass es Spaß macht und man auf alle Fälle auf seinen Körper hört. Auch wenn einem gesagt wird, du musst heute dies oder jenes Training absolvieren, auch wenn einem gar nicht der Sinn danach ist oder der Körper einfach geschwächt ist. Dann schadet man sich eher, als dass es einen weiter bringt. Dies gilt aber immer, egal ob mit oder ohne Plan.

Auch wenn ich hier über Trainingspläne im Bezug auf Laufen geschrieben habe, kann man diese auch sehr gut aufs Radfahren oder andere Ausdauersportarten übertragen.

In diesem Sinne, seit frei, bewegt euch und habt Spaß daran.

Euer Andy

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