Barfuß-Transformation – Next Step

Was ist nur mit meinen Füßen passiert?

Barefoot

Im April war es soweit und ich hab euch über meine Transformation zum Barfuß Gehen berichtet. Das war quasi der Anfang und heute, ein halbes Jahr später möchte ich euch erzählen wie es mir bis jetzt ergangen ist.

Wo fange ich denn am besten an zu erzählen. Hmm.

Seit meinen ersten Runden hat sich inzwischen doch einiges getan. Zu Hause bin ich egal bei welchem Wetter immer barfüßig unterwegs, die Gartenarbeit wie z.B. Rasenmähen wird ohne Schuhe verrichtet und auch die Wege im Dorf sind zu 80% würde ich sagen, ohne Schuhe bewältigt worden. Egal ob es stürmte, ob es regnete (war den Sommer ja nicht gerade wenig) oder Sonnenschein war, bin ich immer mit nackten Füßen raus. Besonders lustig ist es wenn die Straßen richtig schön nass sind, da pflatscht es unter den Füßen so toll. Da musste ich und meine Frau schon öfters lachen.

Meine Fußsohlen können inzwischen definitiv viel mehr ab als zu Beginn. Meine Runde mit den 3,8 Kilometern, die ich in meinem Blog erwähnt hatte, bin ich inzwischen sogar komplett gelaufen und selbst der grobe Asphalt macht heute bei weitem nicht mehr so viel aus wie damals. Klar, wenn es viele kleine Kieselsteinchen auf dem Boden sind, dann wird man definitiv langsamer, aber auch die gehen verhältnismäßig gut. Nach der Runde war ich richtig happy, denn das das wirklich möglich ist, hatte ich nicht so richtig gedacht.

Wenn ich barfuß auf Tour gehe, nehme ich allerdings fast immer meine Shamma Sandalen als Backup mit, denn wenn es dann doch mal zu grober Untergrund wird und dieser auch noch über längere Zeit bleibt, dann halten es meine Füße doch noch nicht so gut aus. Aber auch das muss gesagt sein, es wird von Mal zu Mal besser.

Ich wollte im Mai oder Juni auf einen kleinen Berg in der Nähe. Es sind eigentlich im Aufstieg nur etwa 2,5 Kilometer, aber nach dem ersten war Schicht im Schacht. Es war ein Wanderpfad der mit vielen kleinen Steinen übersäht war und da hab ich dann die Sandalen angezogen und hab die Tour quasi abgebrochen. Ende September wollte ich es aber dann doch wieder Wissen und es testen und siehe da, ich bin bis zum Gipfel Barfuß gegangen, auch wenn nicht schnell, aber ich hab es geschafft. Sogar runterwärts hab ich noch einen halben Kilometer mitgenommen, aber dann bin ich doch in die Shammas geschlüpft. Dafür ging es in diesen dann im Laufschritt talwärts.

In der ganzen Zeit hab ich die Schuhe immer öfter ausgelassen, bin ab und zu auch auf leisen Sohlen zum Einkaufen gegangen oder in den Biergarten. Egal wo ich unterwegs war, wirklich drauf angesprochen wurde ich eigentlich so gut wie nie. Man merkt zwar hin und wieder, dass es komische Blicke und ggf. eine leichtes Getuschel gibt, aber das ist nicht weiter schlimm. Wenn man aber dann doch darauf angesprochen wird, sind die Menschen aber eher neugierig und nicht abwertend eingestellt. Auch im Bekanntenkreis ist es kein Problem. Man trifft sich wie sonst auch, aber hin und wieder kommt man dann mit auf das Thema und kann ggf. den Einen oder die Andere anstecken.

Wenn ich dann nicht Barfuß unterwegs bin, hab ich inzwischen das Dilemma, dass die meisten meiner Schuhe halt herkömmliche Schuhe sind. 1 Paar sind Baruß-/Minimallaufschuhe von Vivobarefoot, welche ich wegen der breiten Zehenbox inzwischen am häufigsten Trage. Bei den anderen Schuhe kommt es mir inzwischen so vor, das es einfach zu eng darin ist. Das kann dann natürlich sein, da sich der Fuß ja auch verändert und breiter wird. Nachdem ich aber nicht gleich alle Schuhe tauschen möchte, wird das aber nach und nach kommen und die die quasi ausgelatscht sind oder überhaupt nicht mehr angenehm zu tragen sind durch Barfuß-/Minimalschuhe ersetzt. Hier gibt es inzwischen schon viele Hersteller die solche anbieten. Komplett auf Schuhe verzichten, auch im Alltag, werde ich allerdings glaub ich nicht.

Dann kommt ja noch das Thema Sport hinzu. Hier ist es unterschiedlich. Das einfachste ist momentan das Biken. Hier hab ich nach wie vor meine Fiveten Bikeschuhe an. Ich hab zwar schon mitbekommen, dass es einige Personen gibt, die hier auch Minimalschuhe tragen, aber gerade wegen der Metallpins und der zu flexiblen Sohle bin ich mir hier noch sicher, ob ich das mal versuchen werde. Aber auch wenn nicht, dann bleiben es für die paar Stunden die „normalen“ Schuhe.

Beim Wandern in der Ebene bin ich inzwischen häufig Barfuß unterwegs und hab meine Sandalen als Backup dabei. Bis zu 8 Kilometer auf Asphalt ist aber da inzwischen auch keine Problem, aber sicher ist sicher.

Wenn es in die Berge geht, kommen noch mehrere Varianten zum Einsatz. Barfuß ist noch der geringste Anteil, ansonsten aber mit den Sandalen oder mit Trailrunning-Schuhen, die eine „0-Sprengung“ haben. Gerade auf langen Wanderungen, ist dies für die Waden auch nach den Monaten immer noch recht fordernd bzw. wird man danach mit Muskelkater belohnt.

Wenn ich dann zum Laufen gehe, bin ich inzwischen mit Sandalen oder Trailrunning-Schuhen (0 Sprengung) unterwegs. Gerade mit den Schuhen ohne Sprengung sollte man behutsam vorgehen, denn der Körper, die Muskulatur und die Sehnen müssen sich erst an die Umstellung gewöhnen.

In Zahlen schaut das Ganze dann so aus.

Barfuß:                                                                63 Kilometer

Barfuß + Shamma Sandalen:                       40 Kilometer

Shamma Sandalen:                                         55 Kilometer

Trailrunning Schuh (0-Sprengung):          400 Kilometer

Barfußlaufschuh:                                            90 Kilometer

In Summe bin ich sozusagen gut 650 Kilometer in relativ natürlichem Lauf- / Gehstil unterwegs und hab es bis dato nicht bereut. Die einzigen Schmerzen, die hin und wieder auftreten ist die Achillessehne, gerade wenn ich viele Einheiten in Folge am Laufen bin, aber selbst diese sind inzwischen weniger geworden oder treten nicht mehr häufig auf.

Was hat sich durch das ganze jetzt an meinen Füßen getan? Die „Hornhaut“ an der Fußsohle ist definitiv dicker geworden, welches natürlich dem Barfuß gehen hilft und unterstützt. Die Reize an der Fußsohle sind nach wie vor vorhanden, wobei man sich auch hier mit der Zeit daran gewöhnt und das geht, was man sich zuvor vielleicht noch nicht zugetraut hat.

Ansonsten schauen die Sohlen durch die dickere Haut etwas dunkler aus und sie benötigen etwas mehr Wäsche, als man es sonst in Socken und Schuhen gewöhnt ist. Aber mit ner schönen Wurzelbürste ist auch hier im Normalfall gut Abhilfe zu schaffen. Ansonsten mach ich in der Woche 3-4x Toega Übungen für die Füße, welche sich inzwischen in meine Standard Dehnübungen integriert haben.

Also für Alle, die vielleicht jetzt auch etwas Lust darauf bekommen haben sollten, versucht es einfach einmal, eventuell kommt ja dann doch der ein oder andere auch dazu sich etwas mehr seinen Füßen zu widmen. ABER, macht langsam. Wollt am Anfang nicht gleich zu viel auf einmal. Der Umstieg geht nicht von heute auf morgen. Ebenfalls einfach nur Barfußlaufschuhe oder Laufschuhe mit „0-Sprenung“ anzuziehen und einfach loszulaufen ist nicht so einfach. Hier macht es Sinn, sich erst einmal dem natürlichen Laufen / Gehen zu widmen und sich etwas daran zu gewöhnen. Dann ist es auch leichter mit Minimalschuhen sich fortzubewegen.

Ich hoffe euch hat der kleine Ausflug in meine Welt der natürlichen Fortbewegung gefallen. Ich bin jetzt gespannt was der restliche Herbst und Winter so bringt und wie sich das Barfuß meistern lässt.

Bis Bald

Euer Andy

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