Höhenmeter sind angesagt!!!

Nach einer eher ruhigen Sportwoche aufgrund des Schwimmkurses meines Sohnes, war es mal wieder an der Zeit die Laufschuhe zu schnüren. So war zumindest der Plan für den Sonntag. Nachdem wir Vormittags noch einen schönen Radlausflug mit der ganzen Familie gemacht haben, bin ich danach allerdings in ein kleines Motivationsloch gefallen. Irgendwie war ich nach dem Mittagessen einfach nur Müde, es war mit fast 30°C einfach so heiß und das aufraffen dadurch war nicht wirklich einfach.

Meine Frau hat mich dann auch immer wieder mal gefragt was ich denn nun laufen werde, aber nicht einmal da konnte ich mich so richtig entscheiden. Es sollte irgendwie nicht zu lange sein, die Touren, die ich schon regelmäßig rauf und runter renne wollte ich dann auch nicht machen.

Das Ziel vor dem geistigen Auge

Dann kam mir aber irgendwann wieder mein Projekt in den Kopf, welches ich mir für dieses Jahr als Ziel gesetzt habe. Das ist ja die Tour mit den 33km und etwa 1800hm. Somit war eigentlich klar, ich muss Höhenmeter machen! Da reichen nicht die Runden mit den 200-300hm die ich sonst so auf der Strecke bin. Ich hab mir dann den Heimgarten als Ziel in den Kopf gesetzt. Ich hab mir gesagt, komm, setze dir Etappenziele für die Tour.

Wenn es überhaupt nicht läuft, dann kann ich immer noch abbrechen und wieder umdrehen. So kam dann auch wieder die Motivation langsam zurück. Somit ging es in den Keller, die Laufweste wurde geholt, die Softflasks und die Trinkblase aus der Ecke gekramt und mit Wasser gefüllt. Einen halben Liter hab ich mit Elektrolyt-Pulver versehen, dazu noch zwei meiner Cliff-Bars eingesteckt und einen Traubenzucker. Den hab ich bei jedem Lauf dabei. Ab an den nächsten Schrank, Shirt und Hose raus, Wechselshirt mitnehmen, Schuhe schnappen und ab ins Auto. Etwa 10min später war ich dann auch schon am Wanderparkplatz in Großweil angekommen und die Lust stieg immer weiter. Die Sachen wurden aus dem Auto geholt, alles nochmal geprüft und verstaut, Auto abgeschlossen und ich war soweit. Kurz noch ein paar Aufwärmbewegungen, die Uhr in den Trailrunning Modus verfrachtet und auf das GPS-Signal gewartet, damit es losgehen konnte.

Und ab geht die Post

Der Startknopf an der Uhr wurde gestartet und ich bin gleich in den schattigen Wald gelaufen. Von den 29°C war nichts mehr zu spüren, die Mundwinkel sind weit nach oben gezogen und ganz gemächlich zum warm werden, ging es angenehm eben dahin.

Über die Forststraße konnte ich mich gut ans Tempo gewöhnen bis es zum ersten Anstieg gekommen ist. Hier geht es auch noch ein weile recht moderat weiter, bis ich auf eine Art Rückeweg abzweige und es in kürzester Zeit immer steiler wird. Weg mit dem Tempo und aus dem Laufschritt in einen etwas schnelleren Gehschritt wechseln um nicht alle Körner gleich zu Beginn zu verbrauchen.
Nachdem dann der Weg wieder seichter wurde lies es sich wieder auf weichem Waldboden angenehm weiterlaufen. In dem Moment hab ich mir meine Laufsocken herbeigewünscht. Diese sind allerdings für längere Lauftouren noch nicht im Einsatz. Irgendwie ist da noch die Angst zu groß, dass meine Füße es irgendwann nicht mehr mitmachen. Aber das ist ein anderes Thema.

Weiter über Forststraßen kommen wir dann aus dem Wald heraus und die Käseralm ist schon in Sichtweite. Aber nicht zu früh freuen, denn die Alm ist nicht bewirtet. Als Erfrischung gibt es allerdings einen großen Holzbrunnen, an dem man einfach mal den Kopf drunter halten kann.

Über Stock und Stein

Ab jetzt geht es dann ans eingemachte. Viel Laufen ist bei mir dann nicht mehr drin, da es für meine Kondition einfach zu steil wird und mir diese vielen Stufen den Puls ganz schön in die Höhe treiben. Aber es steht ja auch nirgendwo, dass Gehen zwischendurch nicht erlaubt ist.

Aber jeder Schritt, jede Stufe die ich hochsteige lassen die Beine schwerer werden und ich merke, dass ich in Sachen Höhenmeter definitiv mehr machen sollte.
Einige Serpentinen später wird dann kurz angehalten, ich dreh mich um und man kann hier schon richtig schön über den Kochelsee und das Alpenvorland blicken. In dem Moment werden die Kräfte wieder mobilisiert und es geht weiter und ich gewinne schnell an Höhe und werde auf dem Bergrücken ausgespuckt. Jetzt habe ich es gleich geschafft, das Gipfelkreuz ist schon zu sehen und als ich ankomme merke ich, dass ich den Gipfel komplett für mich alleine habe.

Es ist später Sonntag Nachmittag bei traumhaftem Wetter und es ist bis auf drei anderen Wanderern nichts, absolut nichts los. Das ist für einen der Münchner Hausberge schon sehr außergewöhnlich. Insgesamt hab ich den gesamten Aufstieg nur eine handvoll Menschen getroffen, aber ich muss ehrlich sein, ich finde es super angenehm und schön wenn es in den Bergen ruhig ist. Dann fühl ich mich einfach gut, ich kann das Panorama genießen, ohne dass man das Gerede von anderen Leuten hört.

Der Gipfel ist nicht Alles

Die Tour ist allerdings mit dem erreichen des Gipfels nicht erledigt oder beendet, denn es kommt immer noch der Abstieg dazu und das sollte man sich immer bewusst sein. Erst wenn man wieder im Tal angekommen ist, dann ist das Ziel erreicht. Somit steige ich vom Gipfel nach kurzer Pause in Richtung Heimgarten Hütte ab und jogge am Berg entlang bis zum nächsten Wegweiser, welcher mich dann auf dem selben Weg ins Tag bringt, wie ich auch hochgekommen bin.

Jetzt heißt es Augen auf und wieder volle Konzentration, denn gestolpert ist man schnell mal und einen Sturz im Gelände ist gerade in den Bergen meist recht schmerzhaft oder wenn es ganz blöd läuft noch schlimmer. Das will ich mir aber gar nicht ausdenken, denn dann hört der Spaß schnell auf. Daher Respekt vor der Natur und lieber etwas langsamer machen. In kleinen kurzen Tippelschritten geht es dann wieder Stufe für Stufe weiter bergab und sobald es etwas ruhigeres Gelände wird, wird auch mein Laufschritt etwas schneller.

Am Auto wieder angekommen bin ich überglücklich, dass ich doch noch losgelaufen bin, denn es war eine wunderschöne Trailtour, die mit einem 360° Panorama am Gipfel belohnt wurde.

Weitere Infos zur Route findet ihr hier. Ebenfalls könnt ihr euch dort dann den GPX-Track downloaden.

Euer Andy

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